Die Vielfalt im geschützten Erdbeeranbau erfordert entsprechend angepasste Applikationsgeräte für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, so Harald Kramer vom Pflanzenschutzdienst NRW, einleitend bei den praktischen Vorführungen am Auweiler Tunneltag. „Die Spritze ist das wichtigste Gerät auf Ihrem Betrieb - neben der Frostberegnung – denn hier wird entschieden, dass das, was wir an Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung haben gezielt angebracht werden kann“, so der Experte. Ob auf dem Boden, auf Dämmen oder in Stellagen, die Erdbeerpflanzen sollten stets optimal mit Pflanzenschutzmaßnahmen versorgt werden können, wobei sowohl Umweltschutz als auch die biologische Leistung zu berücksichtigen sind.
Michael Stuch vom Pflanzenschutzdienst stellte einen vertikalen Spritzbaum, verbunden mit einer Karrenspritze, für Erdbeerstellagenkulturen mit je drei Düsen links und rechts vor, die individuell in ihrem Winkel auf die Pflanzen eingestellt werden können: eine von oben, eine von unten und einen mittig. „Der Abstand von der Zielfläche Erdbeere zur Düse sollte möglichst zwischen 15 und 20 cm betragen“, erläuterte er. Die Düsentypen sind auf die Literleistung der Pumpe abzustimmen, beim vorgestellten Gerät waren kurze Injektordüsen ideal.
Mit langen Injektordüsen war hingegen das Spritzgestänge mit vertikalen Spritzbäumen mit jeweils zwei Düsen für die Behandlung mehrerer Stellagenreihen in einer Durchfahrt mit einem Schmalspurschlepper ausgestattet, das ebenfalls in Aktion präsentiert wurde. Hier müsse natürlich mit höheren Spritzdrücken gearbeitet werden, so Stuch.
Da auch in den Erdbeeranbau inzwischen die biologische Bekämpfung von Schädlingen mit Nützlingen eingezogen ist, werden von den Nützlingsfirmen Geräte angeboten, die die Ausbringung beschleunigen und vereinfachen sollen. Hans Walkenbach von der Firma Koppert stellte den Rotobug-R vor, im Prinzip aufgebaut wie ein Spritzgestänge für den Heckanbau, aber statt mit Spritzdüsen mit rotierenden Trommeln ausgestattet, aus denen Streumaterial mit Nützlingen in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit über die Pflanzen verteilt wird.
Sabine Aldenhoff